Bevor eine Kragarmtreppe geplant wird, muss eine Frage geklärt sein: Ist die Wand geeignet? Jede Stufe wird einzeln in der Wand verankert und trägt das volle Gewicht ohne sichtbare Stütze. Das stellt hohe statische Anforderungen an den Wandaufbau.
Schritt 1 – Ihre Wand und Ihre Treppe
Wenn es eilt, sagen Sie es uns – wir prüfen, was in Planung und Montage beschleunigt werden kann.
Erste Einschätzung nach Wandtyp und Wandstärke. Die verbindliche Bewertung machen wir nach Wandaufbau, Statik und Maßen – kostenlos, nach Ihrer Anfrage.
Der Wand-Check dient der ersten technischen Einordnung und ersetzt keine statische Prüfung. Berücksichtigt werden Wandtyp, Wandstärke, Treppenform und Stufenmaterial. Eine verbindliche Bewertung ist nur nach Prüfung von Wandaufbau, Statik und Maßen vor Ort möglich.
Der Kragarmrechner veranschaulicht die Bauweise und die statischen Grundlagen einer Kragarmtreppe. Er zeigt vereinfacht, welche Faktoren bei Wand, Befestigung und Aufbau eine Rolle spielen. Die Angaben dienen der Orientierung und ersetzen keine technische Prüfung, statische Berechnung oder Ausführungsplanung.
Häufige Fragen
Stahlbeton ab 175 mm Wandstärke ist der Idealfall. Die Bewehrung im Beton nimmt die Zugkräfte auf, der Beton selbst die Druckkräfte. Bei ausreichender Wandstärke und korrekter Bewehrungslage können die Kragarme direkt in die Wand eingelassen werden. In vielen Neubauten ist das die Standardlösung.
Ja, an Kalksandstein-Vollsteinen ab 240 mm Stärke. Sie bieten eine hohe Druckfestigkeit. In der Regel wird eine Rückverankerung eingesetzt, die die Kräfte durch die Wand hindurch ableitet. Wichtig: Es müssen Vollsteine sein, Hohlblocksteine sind deutlich weniger belastbar.
Bei Ziegelwänden entscheidet der Steintyp. Massive Vollziegel bieten guten Halt, hier arbeiten wir wie beim Kalksandstein mit einer Rückverankerung. Kritischer sind Hochlochziegel: Ihre dünnen Stege geben herkömmlichen Dübeln wenig Halt. Hier setzen wir Injektionsanker ein, die die Hohlkammern verfüllen, oder leiten die Kräfte über eine Rückverankerung ab. Welcher Stein verbaut ist, klären wir beim Aufmaß, im Zweifel mit einer Probebohrung.
Porenbeton hat eine vergleichsweise geringe Druckfestigkeit. Für eine direkte Kragarm-Befestigung reicht das meist nicht aus. Trotzdem gibt es Lösungen: Mit einer vorgelagerten Stahlkonstruktion oder einer durchgehenden Rückverankerung lässt sich auch an einer Porenbetonwand eine Kragarmtreppe realisieren. Der Aufwand ist höher, aber es ist machbar.
Eine reine Trockenbauwand aus Gipskarton auf Metallständern trägt keine Kragarmtreppe. Das Material ist dafür nicht ausgelegt. Wenn hinter der Beplankung eine tragende Stahlkonstruktion eingebaut wird, kann auch vor einer Trockenbauwand eine Kragarmtreppe stehen. Das muss früh in der Bauphase eingeplant werden.
Ja. Die Holzständerwand selbst trägt die Treppe nicht, aber mit einer passenden Stahlunterkonstruktion, die in die Wandkonstruktion integriert wird, lässt sich eine sichere Befestigung umsetzen. Entscheidend ist, dass die Unterkonstruktion frühzeitig eingeplant wird, idealerweise schon in der Werkplanung des Fertighauses.
Eine Typenstatik ist eine statische Berechnung für ein standardisiertes Konstruktionssystem. Sie wird einmalig von einem qualifizierten Tragwerksplaner erstellt und deckt definierte Randbedingungen ab: Wandbaustoff, Profilquerschnitte, Verankerungsart und Belastung. Unsere Typenstatik wurde von Dipl.-Ing. Werner Michaeli (KIA Michaeli, Sulzbach) nach Eurocode 3 berechnet. Die Berechnung umfasst ein vollständiges 3D-FEM-Modell mit über 200 Knoten und beinhaltet Nachweise für Tragfähigkeit (ULS) und Gebrauchstauglichkeit (SLS). Die maximale Durchbiegung unter Normlast liegt bei 0,19 mm — weit unter dem Grenzwert von L/300. Es existieren separate Berechnungen für verschiedene Wandbaustoffe: Stahlbeton, Kalksandstein und Montage auf Betonplatten.
Die Stahlprofile werden über eine Ankerplatte (15 mm Stahl) und M12-Durchsteckbolzen in der tragenden Wand befestigt. Die Ankerplatte wird bei Neubau direkt einbetoniert oder eingemauert. Bei Bestandsbauten erfolgt die Befestigung nachträglich mit chemischen oder mechanischen Ankern. Entscheidend ist der Wandbaustoff: Stahlbeton, Kalksandstein und Porenbeton haben grundlegend verschiedene Tragfähigkeiten. Deshalb existieren für unsere Konstruktion separate Typenstatiken je Wandbaustoff. Wandmaterial, Wandstärke und Stufenlänge bestimmen, ob die Konstruktion eingesetzt werden kann.
DIN EN 1090-2 regelt die Ausführung von Stahltragwerken. Die Ausführungsklasse EXC 2 gilt für tragende Stahlkonstruktionen in Wohngebäuden und stellt Anforderungen an Schweißqualität, Werkstoffprüfung, Oberflächenvorbereitung und Dokumentation. Für Kragarmtreppen ist diese Klasse relevant, weil jede Stufe ein tragendes Bauteil ist. Wir fertigen und dokumentieren entsprechend — vom Werkstoffzeugnis (S235JR nach DIN EN 10058) über die Schweißnahtprüfung bis zur Qualitätskontrolle im eigenen Betrieb.
Die wichtigsten Normen: DIN 18065 (Gebäudetreppen — Begriffe, Messregeln, Hauptmaße, Toleranzen), DIN EN 1991-1-1 (Einwirkungen auf Tragwerke — Nutzlasten, Einzellasten, Geländerlasten), DIN EN 1993 / EC3 (Bemessung und Konstruktion von Stahlbauten), DIN EN 1090-2 (Ausführung von Stahltragwerken — Ausführungsklassen), DIN 18040-1/-2 (Barrierefreies Bauen) und DIN EN 1990 (Grundlagen der Tragwerksplanung — Sicherheitskonzept, Teilsicherheitsbeiwerte). Die Nutzlast auf Treppen gilt als veränderliche, freie Einwirkung nach EN 1990. Die Bemessung der Stahlprofile erfolgt nach EN 1993, die Lastansätze kommen aus EN 1991-1-1. Für Treppen in Wohn- und Aufenthaltsbereichen (Kategorie A) gelten Flächenlasten von 2,0 bis 4,0 kN/m2 und Einzellasten von 2,0 bis 4,0 kN. Für die konkrete Bemessung werden diese Lasten mit den Teilsicherheitsbeiwerten gamma_G = 1,35 (ständige Lasten) und gamma_Q = 1,50 (veränderliche Lasten) multipliziert.
Nach DIN EN 1991-1-1, Tabelle 6.12, ist für Geländer und Brüstungen in Wohngebäuden (Kategorie A) eine horizontale Streckenlast von qk = 0,5 kN/m auf Holmoberkante anzusetzen. Diese Last simuliert das Anlehnen oder Abstoßen von Personen. Das Eigengewicht des Geländers — einschließlich Handlauf — ist als nicht-tragendes Bauteil separat in die Gesamtlast einzurechnen. Bei Kragarmtreppen ist das besonders relevant, weil die Geländerlast über die Stufe in die Wandverankerung weitergeleitet wird und dort ein zusätzliches Drehmoment erzeugt.
Nach DIN 18065 dürfen Trittstufen höchstens 5 mm von der Soll-Lage abweichen — sowohl horizontal als auch vertikal. Eine Ausnahme gilt für die Antrittstufe bei Gebäuden mit bis zu zwei Wohneinheiten: Hier sind bis zu 15 mm Höhentoleranz erlaubt (nur vertikal). In Sachverständigengutachten werden diese Werte regelmäßig überschritten. In einem dokumentierten Fall betrug die Höhe der Antrittstufe nur 9 cm statt der geplanten 18 cm.
Das Steigungsverhältnis wird durch die DIN 18065 geregelt. Für Wohngebäude mit bis zu zwei Wohneinheiten gilt ein nutzbarer Bereich von 14/37 cm bis 21/21 cm (Steigungs-/Auftrittsmaß). Die Schrittmaßregel: 2 x Steigung + Auftritt = 59 bis 65 cm. Kragarmtreppen unterliegen exakt denselben Vorgaben wie jede andere Gebäudetreppe.
Die folgenden Punkte stammen aus realen Sachverständigengutachten. Sie betreffen nicht unsere eigenen Projekte, sondern zeigen, welche Fehler in der Branche vorkommen. 1. Unterdimensionierte Tragkonstruktion: Stufen, die unter Belastung deutlich schwingen oder nachfedern, weisen auf eine zu schwache Unterkonstruktion hin. In einem Gutachten (Kern, 2025) wurde festgestellt, dass einzelne Stufen sowohl horizontal als auch vertikal signifikant nachschwingen. Der Sachverständige bewertete die Konstruktion als nicht verkehrssicher. Unsere Konstruktion: 2x RRO 80x50x4,0 (S235JR) pro Stufe, M12-Durchsteckbolzen, maximale Durchbiegung 0,19 mm bei Normlast. 2. Gelöste Verkleidungen und fehlerhafte Verklebung: In einer Begutachtung (Benzmueller, 2025) hatten sich sämtliche Kalksteinverkleidungen im Bereich der Stöße teilweise oder vollständig gelöst. Ursachen: unterdimensionierte Stahlkragarmkonstruktion, unzureichende Vorbereitung der Klebeflächen und ungeeigneter Kleber. Unser Ansatz: Einzelmaßanfertigung jeder Stufe, elastische Wandfugen (3-4 mm), materialgerechte Verklebung. 3. Toleranzüberschreitungen und Oberflächenmängel: DIN 18065 erlaubt maximal 5 mm Abweichung. Dokumentiert wurden Höhenunterschiede von über 5 mm zwischen benachbarten Stufen und ein Versatz von 6 mm. Unser Ansatz: Präzisionsfertigung im eigenen Betrieb mit dokumentierter Qualitätskontrolle. Quellen: Gutachten Dipl.-Ing. (FH) Ingo Kern, IHK-Sachverständiger, 20.05.2025; Begutachtung Otmar Josef Benzmueller, HWK Trier, 04.12.2025.
Wenn einzelne Stufen beim Begehen sichtbar nachfedern, horizontal oder vertikal nachschwingen oder ein deutliches Vibrieren spürbar ist, liegt ein Problem vor. In einem Sachverständigengutachten wurde dokumentiert, dass provisorische Holzstützen zwischen die Stufen geklemmt werden mussten. Ursache ist in der Regel eine unterdimensionierte Unterkonstruktion oder eine zu schwache Verbindung zwischen Stahlprofil und Wand. Ein weiterer Effekt: Schwingungen erzeugen Schub- und Zugspannungen in der Stufenverkleidung, was bei Naturstein zu Rissen, Berstungen und gelösten Verkleidungen führen kann.
Bei einer Kragarmtreppe wird jede Stufe einzeln über Stahlprofile in der Wand verankert. Es gibt keine sichtbare Verbindung zwischen den Stufen — jede Stufe trägt sich selbst. Bei einer Bolzentreppe sind die Stufen untereinander durch Edelstahlbolzen verbunden und stützen sich gegenseitig. Das sieht auf den ersten Blick ähnlich aus, ist konstruktiv aber grundverschieden: Kragarmtreppen leiten die gesamte Last über die Wandverankerung ab. Bolzentreppen verteilen die Last zusätzlich über die Bolzenverbindungen auf benachbarte Stufen und ins Geländer. Kragarmtreppen wirken dadurch offener und leichter, stellen aber höhere Anforderungen an die Wand.
Eine fachgerecht geplante und ausgeführte Kragarmtreppe ist genauso sicher wie jede andere Gebäudetreppe. Die offene Bauweise ändert nichts an der Tragfähigkeit der einzelnen Stufen. Wichtig sind ein normgerechtes Geländer mit ausreichender Höhe und ein durchgehender Handlauf. Für Kleinkinder kann ein Treppenschutzgitter am Antritt und Austritt nachgerüstet werden. Die lichte Weite zwischen den Füllstäben darf nach DIN 18065 maximal 12 cm betragen.
So früh wie möglich — idealerweise in der Entwurfsplanung. Die Wand, in der die Stufen verankert werden, muss ausreichend tragfähig sein. Bei Neubau können die Ankerplatten direkt in die Wand einbetoniert oder eingemauert werden. Wenn die Kragarmtreppe erst spät in die Planung einfließt, kann es zu Problemen kommen: Die Wandöffnung passt nicht, die Wandstärke reicht nicht aus oder der Wandbaustoff ist ungeeignet. Eine frühzeitige Abstimmung zwischen Architekt, Statiker und Treppenbauer verhindert diese Situation.
Grundsätzlich ja, sofern die vorhandene Wand die Anforderungen erfüllt. Entscheidend sind Wandbaustoff (Stahlbeton, Kalksandstein oder Mauerwerk) und Wandstärke. Bei einem Austausch im Bestand werden die Ankerplatten nachträglich mit Durchsteckbolzen befestigt. Das erfordert eine genaue Aufnahme der Wandsituation vor Ort. Wir prüfen im Rahmen der Erstberatung, ob die baulichen Voraussetzungen gegeben sind.
Sie müssen nichts ausmessen und nichts vorbereiten. Schildern Sie Ihr Vorhaben in einem Satz, den Rest klären wir im Gespräch. Höchstens 6 Dateien bis 15 MB können Sie anhängen.
Lieber gleich sprechen? Telefon 06384 514376, WhatsApp 0151 23484007.

Schicken Sie uns ein Foto der Wand und die Geschosshöhe. Wir prüfen kostenlos, ob und wie eine Kragarmtreppe bei Ihnen möglich ist.
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