Kragarmtreppe im Holzständerhaus – geht das wirklich?
- 7. Feb.
- 2 Min. Lesezeit
Kragarmtreppen stehen für eine moderne, reduzierte Architektur. Die Stufen scheinen aus der Wand zu schweben, ohne sichtbare Tragkonstruktion. Lange Zeit galten solche Treppen als klassische Lösung für massive Betonbauten. In der Praxis zeigt sich jedoch: Auch im Holzständerhaus ist eine Kragarmtreppe möglich – wenn die Konstruktion richtig geplant wird.
Warum Holzständerhäuser eine besondere Lösung brauchen
Im Gegensatz zu Beton- oder Massivwänden sind Holzständerwände nicht für hohe Punktlasten ausgelegt. Genau diese Punktlasten entstehen bei einer Kragarmtreppe, da jede Stufe einzeln Kräfte in die Wand einleitet.Eine direkte Befestigung der Stufen in der Holzständerwand ist daher in der Regel nicht ausreichend.
Das bedeutet aber nicht, dass eine Kragarmtreppe ausgeschlossen ist – sondern nur, dass eine zusätzliche Tragkonstruktion erforderlich wird.
Die technische Lösung hinter der schwebenden Optik
Im Holzständerbau werden die Lasten der Kragarmtreppe über eine separat geplante Unterkonstruktion aufgenommen. Je nach Projekt kommen zum Beispiel verdeckte Stahlrahmen, Träger oder vorgestellte Tragwände zum Einsatz.
Diese Konstruktion:
übernimmt die statische Last
leitet die Kräfte sicher in den Baukörper ab
wird vollständig verkleidet
Optisch bleibt die Treppe dadurch eine klassische Kragarmtreppe – technisch ist sie an die Bauweise des Holzhauses angepasst.

Sieht man die Unterkonstruktion später?
Nein. Die zusätzliche Tragkonstruktion verschwindet im Wandaufbau oder hinter einer Verkleidung. Nach der Fertigstellung ist kein Unterschied zu einer Kragarmtreppe an einer Betonwand erkennbar. Die Stufen wirken frei schwebend, klar und reduziert.

Planung möglichst früh einbeziehen
Gerade im Holzständerbau sollte die Planung der Treppe bereits in der Entwurfs- oder Rohbauphase erfolgen. So kann die Tragkonstruktion optimal integriert werden.Nachträgliche Lösungen sind zwar möglich, bedeuten aber meist mehr Aufwand.
Fazit
Eine Kragarmtreppe im Holzständerhaus ist kein Standardfall, aber technisch gut lösbar. Entscheidend sind:
eine saubere statische Planung
eine angepasste Unterkonstruktion
frühe Abstimmung im Bauprozess
Wer diese Punkte berücksichtigt, kann auch im Holzbau nicht auf die besondere Optik einer schwebenden Treppe verzichten.




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