Kragarmtreppe planen: Warum die Wand zuerst kommt — mit kostenlosem Wand-Check
- 4. Apr.
- 2 Min. Lesezeit
Viele Anfragen starten mit einer Frage zum Design — welches Holz, welches Geländer, ob LED. Das ist verständlich. Aber bevor irgendetwas davon eine Rolle spielt, muss eine andere Frage beantwortet sein: Trägt die Wand?
Was die Wand leisten muss
Eine Kragarmtreppe ist eine freitragende Konstruktion. Jede Stufe wird einzeln in der Wand verankert und überträgt ihre Last vollständig über diesen einen Einspannpunkt. Kein Gegengeländer, kein Mittelholm, keine Unterzüge. Das bedeutet: Die Wand ist nicht Nebensache — sie ist die halbe Treppe.
Bei einer Kragarmtreppe wirken auf jede Wandeinspannung Biege-, Scher- und Zugkräfte gleichzeitig. Die Norm (EN 1991-1-1) setzt für Treppen im Wohnbereich eine Nutzlast von mindestens 2,0 kN/m² an. Was die Wand davon aufnehmen kann, ergibt sich aus Wandtyp, Wandstärke und Befestigungskonzept.
Welche Wände geeignet sind
Stahlbeton ist die ideale Ausgangslage. Ab ca. 17,5 cm Wandstärke lassen sich Kragarmverankerungen direkt und sicher ausführen.
Massives Mauerwerk aus Kalksandstein-Vollsteinen oder Vollziegeln kann ebenfalls geeignet sein, wenn Steintyp und Wandstärke stimmen. Vollsteine sind Pflicht — Hohlblocksteine sind deutlich weniger belastbar.
Porenbeton (Ytong) ist in den meisten Fällen kritisch. Direkte Einspannungen sind selten möglich. Mit einer Stahlunterkonstruktion oder Rückverankerung ist es dennoch lösbar.
Trockenbau und Holzständerbau scheiden für die direkte Einspannung aus. Mit einer separaten Stahlunterkonstruktion, die frühzeitig eingeplant wird, ist aber auch hier eine Kragarmtreppe möglich — besonders im Fertighaus.
Altbau: Was sich unterscheidet
Im Neubau kennt man Wandmaterial und -stärke aus den Planungsunterlagen. Im Bestand weichen die tatsächlichen Gegebenheiten häufig von den vorhandenen Plänen ab. Eingemauerte Installationen, veränderte Wandaufbauten oder unbekannte Materialien können die Einbausituation erheblich beeinflussen. Das schließt Kragarmtreppen im Altbau nicht aus — es bedeutet aber, dass die Vorprüfung sorgfältiger sein muss.
Jetzt: Kostenloser Wand-Check
Wandtyp und Wandstärke eingeben — in zwei Minuten gibt es eine erste Einschätzung, ob die Wand für eine Kragarmtreppe geeignet ist. Kostenlos, ohne Anmeldung, mit sofortiger Rückmeldung.
Der Wand-Check gibt eine erste Orientierung — die finale Bewertung erfolgt immer nach Wandaufbau, Statik und Maßen vor Ort. Bei Fragen steht AN Treppenbau GmbH für eine kostenlose Erstberatung zur Verfügung.



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